Archiv für Januar 2013

ProTechnology @kununu und was sagt der kununu-Gründer über sein Portal

Donnerstag, 31. Januar 2013

13 Erfahrungsberichte der Mitarbeiter und Bewerber sowie 5184 Aufrufe in knapp zwei Jahren – so lautet die ProTechnology-Bilanz auf der Bewertungsplattform kununu. Eine Steigerung um 742 %, so kununu im letzten Report, der die „Vorher“ und „Nachher“ Effekte des letzten halben Jahres darstellt. Waren es anfangs durchschnittlich 73 Personen pro Monat, die sich auf kununu über ProTechnology informierten, so sind es inzwischen 615 Interessenten. Tendenz steigend.

Auf kununu.com können Mitarbeiter und Bewerber die Unternehmen und den Bewerbungsprozess anonym bewerten. Die Bewertung erfolgt ohne Registrierung, ist kostenfrei und völlig anonym.

Die Plattform ist recht bekannt, doch für manche ist sie Neuland. So sind viele unserem Ruf gefolgt, andere kamen wiederum von allein auf kununu, und haben dort ihre Bewertungen abgegeben. „Wir freuen uns, dass unsere Bewertungen mit 4,4 weit über dem Durchschnitt liegen.“, so Sascha Blickensdörfer (CEO, ProTechnology). Mit 4,4 von möglichen 5 Punkten  hat ProTechnology das Gütesiegel „TOP COMPANY“ erreicht.

Seit April 2012 ist ProTechnology (oder intern als „PT“ bekannt) der stolze Träger von dem zweiten Gütesiegel „OPEN COMPANY“. Das gab es u.a. für die Offenheit des Unternehmens. Zudem gewähren wir Einblicke in unseren Arbeitsalltag in Form eines Firmenprofils mit vielen Fotos.

Warum gibt es kununu und warum macht PT mit?

Jeder von uns wird irgendwann an den Punkt kommen: Bewerbungsprozess und die Suche nach dem richtigen (Arbeits-)Partner, vielleicht auch für’s Leben. ;) Es gibt eine Menge Unternehmen, aber welches davon soll es werden? Welches entspricht am meisten den eigenen Vorstellungen? Die Informationsmöglichkeiten sind begrenzt und nicht immer glaubwürdig. Ja – Firmenhomepages bieten recht viele Informationen und man kann dem auch Vertrauen schenken, dennoch bekommt man auf diesem Wege kaum Einblicke in die Organisation und die Geschäftsabläufe. So ist es doch auf jeden Fall von Vorteil, wenn jemand aus dem Freundeskreis den Wunscharbeitgeber bzw. das Unternehmen „intern“ kennt – das ist aber selten der Fall. Genau aus diesem Grund ist kununu entstanden: sich umfassend über potentielle Arbeitgeber informieren zu können. Doch was sagt eigentlich der kununu-Gründer selbst zu den Einflüssen auf Unternehmen durch Bewertungsportale.

512kByte mit Mark Poreda über Einflüsse auf Unternehmen durch Bewertungsportale

Das Format „512 k Byte mit“ stellt aktuelle und relevante IT-Themen in ihr Zentrum. Die namensgebenden 512 kByte fungieren als Metapher für Content in Wort und Bild. Mehr dazu auf www.512kb.eu

Wir, als Unternehmen, ziehen aus kununu einen großen Nutzen.

Anhand von Bewertungen sehen wir die Ergebnisse unserer Personal- und Teamarbeit sowohl im Ganzen als auch in den einzelnen Bereichen, so z. B. die Mitarbeiterzufriedenheit.  „…Gesunde und glückliche Mitarbeiter leisten mehr. Die Unternehmenskultur und Wertschätzung entscheidet, ob sich Mitarbeiter wohlfühlen und leistungsfähig sind…“ so ein Artikel der Rundschau am Sonntag. Dem stimmen wir zu und arbeiten daran. Die positiven Bewertungen geben der Arbeit an der Mitarbeiterzufriedenheit neue Impulse. Kritikpunkte werden unter die Lupe genommen und an der Lösung wird ebenfalls gearbeitet. Wir sind ein relativ kleines Unternehmen, jeder Mitarbeiter hat allerhand zu tun, so dass nicht jeder Wunsch, Vorschlag oder Hinweis umgehend umgesetzt werden kann. Aber wir sind auf einem guten Weg. Das bestätigen unsere Noten auf kununu.

So wie kununu, möchten wir auch zu mehr Transparenz beitragen und eine authentische Darstellung bieten. Wir pflegen die Feedback-Kultur. kununu ist ein Teil davon. Wir sind an der Meinung unserer Mitarbeiter interessiert und ziehen aus jeder Bewertung die Rückschlüsse, um PT kontinuierlich zu verbessern. kununu ist dabei ein neutrales Territorium, auf dem man sich „austoben“ kann. Nicht jeder traut sich, eigene Meinung dem Arbeitgeber oder dem Vorgesetzten gegenüber zu äußern, gleich ob Kritik oder Lob. Ja, auch das Lob… Wann haben Sie zuletzt Ihre/n Chef/in in einem direkten Gespräch gelobt? Ist es überhaupt schon vorgekommen? Hm… Selten? Noch gar nicht? Oder doch? Wahrscheinlich eher selten. Auch die Bewerber geben selten gleich nach dem Vorstellungsgespräch ein Feedback, wie das Gespräch gelaufen ist und inwiefern sie mit dem Ergebnis zufrieden sind. Gründe: manches Mal die Scheu, manchmal die Aufregung… So haben sie die Möglichkeit, ihre Gedanken zu einem späteren Zeitpunkt zu sammeln und das Feedback anonym zu geben, in einer entspannten Atmosphäre, nämlich Zuhause auf dem Sofa.

Bleiben wir bei den Bewerbern.

Es ist nicht einfach, geeignete Bewerber zu finden, das ist kein Geheimnis. Nicht leichter ist es, die gewonnenen Mitarbeiter an das Unternehmen dauerhaft zu binden. So betrachten wir kununu auch als ein Recruiting-Instrument. Die Bewerber haben die Möglichkeit, sich vorab über ProTechnology zu informieren und insbesondere die Bewertungen mit seinen eigenen Vorstellungen zu vergleichen. Als Beispiel, eine Bewertung mit dem Titel „Klein, aber absolut OHO!“, die Information über die Hierarchie bei ProTechnology enthält:  „…ist extrem flach: es gibt im Grunde nur eigenständige und eigenverantwortliche Ressortmitarbeiter, die einem CEO unterstellt sind…“. Je nachdem, wie einem die jeweiligen Faktoren wichtig sind, kann sich jede/r BewerberIn/ InteressentIn mit dem kununu-Profil schon im Voraus dazu Gedanken machen, inwieweit die Identifikation mit dem Unternehmen möglich wäre und ob ProTechnology DAS Unternehmen ist.

Besuchen Sie uns auf kununu.com – Über Lob sowie konstruktive Kritik freuen wir uns immer. Denn Lob bestätigt unsere Arbeit und aus den Fehlern lernt man und das tun wir!

Autor: Katharina Flemmer
Quellen: www.kununu.com, www.512kb.eu, ProTechnology@kununu

 

Freiberufler vs. Festangestellte – eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung

Mittwoch, 23. Januar 2013

Mit der Trendstudie „Freelancer vs. Festangestellter in der Projektwirtschaft – ein empirischer Investitionsvergleich“ hat man sich an der Fachhochschule Ludwigshafen, im Rahmen einer Masterarbeit, einer interessanten und bisher wenig erforschten Frage gewidmet: Wer ist wirtschaftlicher, Freiberufler oder Festangestellte?

Zunächst kann man dort Bestätigung hinsichtlich der eigenen Wahrnehmung finden, der Trend vermehrt auf externe Fachkräfte zu setzen, wird von den Studienteilnehmern bestätigt. Die erste Überraschung ist die Aussage, dass, entgegen der gängigen Faustregel von zehn Prozent, deutsche Unternehmen ihren Bedarf an IT-Personal mit circa 20 Prozent Selbstständigen abdecken. Es kommt allerdings noch dicker, laut Studie rechnet sich der Einsatz von IT-Freiberuflern auch bei längeren Projekten. Im Kosten-Nutzen-Vergleich wird die Einstellung eines Festangestellten unter Umständen erst nach 25 Monaten wirtschaftlich.

Wer ist produktiver?

Die Produktivität geistiger Arbeit zu messen, ist eine große Herausforderung. In der Studie der FH Ludwigshafen gilt ein Mitarbeiter als produktiv, wenn er eigenständig und ohne wesentliche Rückfragen seine Aufgaben erledigt, natürlich in gewünschter Qualität und in vorgegebener Zeit. Bei zeitlich begrenzten IT-Projekten, und um diese ging es hier, arbeiten sich Freelancer merklich schneller in die neue Materie ein. Während Festangestellte gut drei Monate brauchen, bis sie richtig loslegen, dauert es bei einem Freelancer nur einen Monat. Erklärungsversuche deuten darauf hin, dass Selbständige im Bereich der Problemlösungskompetenz überlegen sind. Dies liegt insbesondere daran, dass sie es gewohnt sind, sich in neue Sachverhalte und Aufgaben einzuarbeiten, weil sie dies deutlich öfter tun müssen, als Festangestellte.

Wie sieht das finanziell aus? Welche Variante rentiert sich eher?

Um die Wirtschaftlichkeit zu analysieren, reicht es natürlich nicht aus, nur die Produktivität zu betrachten. Die Kosten, die entstehen, wenn man auf festangestellte Mitarbeiter oder externe Kräfte zurückgreifen möchte, sind der zweite notwendige Parameter. Grundlegend sind hier die Stundensätze der Freelancer im Vergleich zu den Löhnen der Mitarbeiter zu betrachten. Vergessen darf man auf Seiten Letztgenannter nicht, dass Faktoren, wie Arbeitgeber-Anteil Sozialabgaben, Weiterbildungen, Lohnfortzahlungen bei Urlaub oder Krankheit und alle denkbaren Vergünstigungen einberechnet werden. All diese Kosten sind im Kosten-Nutzen-Vergleich berücksichtigt.

Nun bleibt festzuhalten …

Die Studie kreiert dabei zwei Szenarien. Im ersten, eher konservativen Szenario wird die Zeit nicht in Betracht gezogen, die vom Feststellen des Personalbedarfs bis zum tatsächlichen Arbeitsbeginn eines festen oder freien Mitarbeiters vergeht. Trotz hoher Stundensätze auf Seiten der freiberuflichen Experten, sind sie auch im konservativen Szenario günstiger als ein Festangestellter. Den deutlich früheren Produktivitätsstart holt ein fixer Arbeitnehmer erst nach acht Monaten ein. Im zweiten Szenario fließen auch Kosten und Zeit für das Schalten von Anzeigen und dem Einhalten möglicher Kündigungsfristen mit ein, so vergehen, laut Studie, im Schnitt sechs Monate bis zum tatsächlichen Arbeitsbeginn eines neuen festangestellten IT-Mitarbeiters. Dem gegenüber liegt ein Monat für das Recruiting von Freelancern, wodurch erst 25 Monate verstreichen müssen, bis der Break-Even-Point erreicht ist und ein angestellter IT-Fachmann “günstiger” wird.

Korrekterweise muss man natürlich erwähnen, dass die Studie, die am Lehrstuhl für International Human Ressource Management bei Prof. Dr. Matthias Hamann durchgeführt wurde, nur 98 Teilnehmer hatte. Nicht alle Aussagen können damit beanspruchen, repräsentativ zu sein, insgesamt ist jedoch eine solide und empirisch gut unterfütterte Trendaussage möglich.

Autor: André Balfanz
Quellen: bvsi, it-business.de, silicon, manager-magazin

Vorgangsbezogene SharePoint-Webseiten ohne Programmierung automatisch erstellen

Sonntag, 06. Januar 2013

In zahlreichen Anwendungsfällen wird die Listenverwaltung genutzt, um Projekte, Dienstleistungen und andere Vorgänge in Form von Datensätzen zu verwalten. Schnell kommt dabei die Notwendigkeit auf, eine automatisch generierte Webseite nachvollziehbar mit dem Datensatz zu verbinden.

Anwendungsfall

In diesem konkreten Anwendungsfall werden interne Dienstleistungen mit unterschiedlichen Prozessphasen und zahlreichen Zuständigkeiten (Gruppenleiter, zugewiesene Mitarbeiter sowie alle anderen Mitarbeiter [ansprechbar über eine AD-Gruppe]), die aus dem Datensatz ausgelesen werden sollen, sich und auf Benutzerrollen (Besitzer, Mitglieder, Besucher) der jeweiligen Seite auswirken. Alles vollautomatisch.

Vorbereiten der Infrastruktur

Die Basis stellt eine einfache Liste dar, die den Prozess mit den erforderlichen Spalten abbildet. Hier ist Freiraum für Kreativität gemäß den Anforderungen. Die Spalten bezeichnen in diesem Fall die Eigenschaften einer Dienstleistung.

  • ID
  • Titel
  • Gruppenleiter
  • Kostenstelle
  • Link zum Vorgangsraum (in diese Spalte wird der URL der Seite zurückgeschrieben)
  • Error (relevant für Testphase. Hier werden Fehlermeldungen zurückgeschrieben)

Dann benötigen wir eine geeignete Sammelstelle, wo die Seite im Seitenbaum erstellt werden sollen. Die leere Seite “vorgangsraumoverview/” dient eben diesem Zweck. Mit Hilfe des Table-of-Content-Webparts wird uns eine Übersicht der unterhalb der Seite befindlichen Seiten ermöglicht. In diesem Fall zuerst nur das Template.

Als nächstes brauchen wir eine Vorlage (das besagte Template) für die Seiten. In diesem Fall habe ich eine Seite aufgebaut und als Vorlage (ohne Inhalt) gesichert. Dies macht die Seite zum Template und zugleich zum Feature. Natürlich lassen sich auch generische Vorlagen (Teamseiten, etc.) verwenden. In diesem Fall besteht die Seite lediglich aus zwei Dokumentenbibliotheken.

Um die ID des Features zu ermitteln, rufen wir folgende Quelltextseiten auf und dokumentieren die {Hex-ID}, die zum Namen des Templates gehört.

Workflow konfigurieren

Nun zum Kernstück der Aufgabe: die Erstellung und Konfiguration des Workflows im SharePoint Designer. Erstellen Sie einen neuen Listenworkflow bezogen auf die Liste mit den Vorgangsdatensätzen und erstellen Sie einen Identitätswechselschritt. In einem normalen Workflow-Schritt sind die notwendigen Workflow-Actions nicht verfügbar.

Der Workflow wird bei jeder Änderung des Datensatzes gestartet, kommt aber wie in einer kopfgesteuerten Schleife (while) nur über die zweite Zeile hinaus, wenn der Datensatz den Status “Neu” trägt und eine Freigabe durch den Projektmanager (PM) erfolgt ist (siehe Abbildung unten). Grundsätzlich gibt es im Workflow nur drei Aktionen, die nicht den Bordmitteln des SharePoint Designer entsprechen: Seite erstellen, Gruppe erstellen, Benutzer zur Gruppe hinzufügen. Vereinfacht beschrieben, wird im Workflow folgender Ablauf abgebildet:

  • Statusüberprüfung des Datensatzes
  • (Freigabe)
  • Erstellen der Seite
    • Auf Eindeutigkeit durch ID des Datensatzes achten [Aktuelles Element:ID]
    • Sonderzeichen in der URL vermeiden
    • Achten Sie besonders auf die korrekte Language ID für das Template (deutsch=1031)!
    • Zurückschreiben der URL in die Liste
  • Erstellen der Gruppen und Befüllen der Gruppen mit AD-Nutzerkonten
    • Bei der Permission-Vergabe sollte ggf. auf deutsche Rollenbezeichner geachtet werden (Vollzugriff, Mitwirken, Lesen)
  • Auslesen der Error-Variablen (zur Fehlersuche)
  • Vergabe des neuen Status für den Datensatz (leeren der Freigabe-Spalte durch leere lokale Variable)
  • Informieren der Verantwortlichen per Mailversand (via SMTP-Feature des SharePoint Servers)


Die Status-Mails an die eingetragenen Personen können mit Hilfe von Platzhaltern mit Daten aus dem zugehörigen Datensatz angereichert werden. Auch Spalten aus anderen Listen können über Lookups leicht eingebunden werden.

Es empfiehlt sich dringend, den Workflow Zeile für Zeile aufzubauen und nach jeder nicht trivialen Veränderung einen Test durchzuführen. Zur Fehlersuche hervorragend geeignet ist, die Möglichkeit, die bei jeder Aktion erzeugte Error-Variable in eine separate Spalte zu kopieren. Falls ein Fehler in der Konfiguration vorliegt, wird dies nach dem Durchlaufen des Workflows in deutscher Sprache im Datensatz ausgegeben.

Der finale Test

In meinen Tests wurde der gesamte Workflow in ca. 10 Sekunden vollständig und erfolgreich durchlaufen. Dies beinhaltet im Groben:

1. Generieren der Seite


2. Erstellen der Gruppen


3. Füllen der Gruppen mit AD-Konten


4. Statusaktualisierung des Datensatzes und last but not least das Zurückschreiben der URL (siehe unten rechts).


Fazit

Lediglich drei neue Aktionen im SharePoint Designer Workflow ergeben zahlreiche Einsatzmöglichkeiten. Da die übliche Attachment-Spalte in SharePoint-Listen doch sehr schnell an die Grenzen ihrer Möglichkeiten stößt, ist dieser Ansatz definitiv eine “Good Practice”, um datensatz-bezogene Dokumente sinnvoll in datensatzbezogenen Seiten zu verwalten. Auch wird durch diese vollautomatische Lösung eine ersehnte Formalisierung von Seiten-Titeln, -URL und –Berechtigungen ermöglicht, die zuvor manuell und somit oft ungewollt uneinheitlich konfiguriert werden mussten.

Das Einzige mir bis vor Kurzem bekannte SharePoint-Produkt, das diese Möglichkeit bietet, ist CPM@SharePoint von LINTRA. Es gibt mittlerweile jedoch auch kostenfreie und flexible Umsetzungsmöglichkeit für eigene SharePoint-Projekte. Entwickelt wurde sie von Christian Glessner (MVP SharePoint) und steht unter dem Namen Sandboxed SharePoint Workflow Actions in Form einer Sandboxed Solution bereit.


Autor: Karsten Ulferts

Windows Azure mit VPN (Vyatta) verbinden

Freitag, 04. Januar 2013

Aus aktuellem Anlass ist es mal wieder Zeit, etwas über Windows Azure zu berichten. Viele Unternehmen stehen gerade vor dem Problem, was mit dem „alten“ TMG 2010 Server passieren soll, jetzt wo das Produkt offiziell nur noch bis 2015 von Microsoft unterstützt wird. Aus diesem Grund nehme ich ein Feature, das mich in den letzten Wochen vor dem Jahreswechsel viel beschäftigt hat: das Azure Network Feature. 

So soll es aussehen:

Wenn Sie in Ihrer Subscription von Windows Azure (Netzwerkübersicht) Ihr Netzwerk auswählen und das obige Bild sehen, haben Sie alles richtig gemacht. Aber wenn Sie nicht gerade einen teuren Cisco Router oder eine Juniper Firewall Lösung einsetzen (hierfür gibt es Konfigurationsdateien zum Download), ist der Weg bis dahin steinig und schwer. “Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass Microsoft nicht mal für seine eigenen Produkte (TMG 2010, ISA, UAG) Konfigurationsbeispiele direkt verlinkt.” Es gibt natürlich Alternativen zu Cisco und Co., eine davon werde ich in diesem Beitrag vorstellen und das VPN erläutern. Wir, bei der ProTechnology GmbH, setzen seit einiger Zeit eine Routerlösung von Vyatta ein. Der Vorteil, diese Version ist vollkommen kostenlos und der Konfigurationsaufbau erinnert an Cisco.

Nun aber zur Konfiguration!
Zuerst legen wir in unserer Azure-Subscription ein neues Netzwerk an. Zur Veranschaulichung haben wir hier den Namen „VPN-Test“ und die Affinitätsgruppe „Test-VPN“ gewählt.

Als Nächstes benötigen wir für unser virtuelles Netzwerk einen Adressraum (10.0.0.0/24) und unterhalb des Adressraumes definieren wir das passende Subnetz, also 10.0.0.0 – 10.0.0.15.

Da wir unser Azure VPN Network an unser Corporate Network anbinden werden, macht es natürlich Sinn einen internen Servernamen für die Azure-VMs anzugeben. Damit eröffnen wir uns auch gleich die Möglichkeit, diese an das lokale Active Directory zu binden. In unserem Fall ist einer der Test-Domain-Controller unter der IP 10.0.1.100 zu erreichen. Jetzt kommt der erste eigentliche Schritt der IPSec-VPN Konfiguration: wir geben unser Gateway-Netzwerk an.

Wichtig ist es, dass sich das Netzwerk in dem zuvor gewählten Adressraum befinden muss und es darf sich nicht mit einem vorhandenen Subnetz überschneiden. Die Schemaübersicht des virtuellen Netzwerkes, im unteren Teil des Bildes ersichtlich, füllt sich langsam mit Leben und zeigt uns an, wie es aussehen soll:

Danach definieren wir noch unser lokales Netzwerk. In unserem Fall sind das die Netze 10.0.1.0/24 (hier befindet sich unser DC) und 10.0.2.0/24. Wir vergeben einen Namen für das lokale Netz und hinterlegen die IPv4 WAN Adresse des Vyatta Routers.

Nun brauchen nur noch den zweiten Endpunkt unseres IPSec Tunnels. Dafür müssen wir einen Gateway bei Azure erstellen. Das geht widererwartend einfach. Wir klicken unten links auf „Gateway erstellen“ und warten bis Azure die Arbeit für uns erledigt hat und wir eine IPv4 Adresse zugewiesen bekommen.

Diese IPv4 benutzen wir dann in unserem Config-File für die Vyatta, um den Azure Endpunkt zu definieren. Nun brauchen wir nur noch den IPSec Pre-Shared-Key. Diesen bekommen wir aus der Konfiguration unseres Netzwerkes über „Schlüssel verwalten“ und „einen Key erstellen lassen“.

Nun die Vyatta Konfiguration - Sie werden sehen, jetzt geht es drei Mal so schnell ;-)

Wir erstellen eine neue IKE Gruppe mit dem Namen „azure” und den unten genannten Eigenschaften. Diese Werte können Sie in einem MSDN Artikel und in den oben genannten Config-Files für Cisco und Juniper auslesen.

Config-Path: VPN àIPSec à IKE-Group

ike-group azure {
     lifetime 28800
     proposal 1 {
         dh-group 2
         encryption aes128
         hash sha1
     }
 }

Nun brauchen wir noch die passende ESP Gruppe. Auch hier nehmen wir wieder der Name „azure“ und die unten genannten Eigenschaften. Diese Werte sind ebenfalls von Microsoft vorgegeben.

Config-Path: VPN àIPSec à ESP-Group

esp-group azure {
     lifetime 3600
     pfs disable
     proposal 1 {
         encryption aes128
         hash sha1
     }
 }

Zum Schluss müssen wir an der Vyatta noch die Site-to-Site Konfiguration vornehmen. Dazu brauchen wir die Gateway IP und den Pre-Shared-Key von Azure.

Config-Path: VPN àIPSec à Site-to-Site

peer x.x.x.x {                                         // (IP des Azure VPN Gateways)
 authentication {
      mode pre-shared-secret
      pre-shared-secret Pre-Shared-Key                  // Pre-Shared-Key aus Azure
  }
  connection-type respond  // wichtig, respond verwenden/Verbindungsherstellung durch Azure
  default-esp-group azure
  description "Windows Azure Subscription"
  ike-group azure
  local-address x.x.x.x                                 // WAN IP der Vyatta
  tunnel 1 {
      local {
          prefix 10.0.1.0/24                                    // lokales Netzwerk des Nameservers
      }
      remote {
          prefix 10.0.0.0/24                                    // Azure Netzwerk
      }
  }
  tunnel 2 {
      local {
          prefix 10.0.2.0/24                                    // zweites lokales Netzwerk
      }
      remote {
          prefix 10.0.0.0/24                                    // Azure Netzwerk
      }
  }
         }

Endlich fertig. Nun wird Ihre VPN, nach dem Sie in Azure auf “Verbinden” geklickt haben, online sein, Sie können nun VMs an das virtuelle Netzwerk bei Windows Azure anhängen und diese aus Ihrem lokalen Netz erreichen.

Über Anregungen und Fragen zu diesem Beitrag oder dem komplexen Thema Windows Azure freuen wir uns sehr.

P.S.: Mit der Anleitungen auf www.vyatta.org oder einem Consultant von ProTechnology ist die Ablösung des TMGs kein Problem mehr!

Quelle: www.vyatta.org, MSDN Artikel
Autor: Jens Decker