Archiv für Mai 2013

SharePoint 2013 – Wie reanimiere ich die bedingte Formatierung einer Liste?

Donnerstag, 23. Mai 2013

bildteaser_reanimierenEines der wenigen Mankos von SharePoint 2013 aus Nutzersicht: die gestrichene Entwurfsansicht im SharePoint Designer. Damit verbunden ist eines der stärksten Funktionen – die bedingte Formatierung von Listen – nicht mehr nutzbar. So scheint es. Obwohl von Microsoft laut Gerüchten nicht mehr gewollt, kann die bedingte Formatierung mit einem relativ einfachen Kniff wieder reanimiert werden.

Damit diese auch ein wenig Beachtung finden – die verworfenen Lösungsalternativen: grundsätzlich wäre es möglich gewesen, die SharePoint-Liste als Datenquelle anzuzapfen, die bedingte Formatierung über einen Veröffentlichungsmechanismus (SQL Server Reporting Services, Performance Point Services, Excel Services) umzusetzen und wieder auf die Webseite zurückzubringen. Diesen Ansatz habe ich verworfen, da das Look and Feel keiner gewöhnlichen Listenansicht entsprochen hätte und das Bearbeiten der Datensätze nicht mehr auf direktem Wege möglich gewesen wäre. Alternativ habe ich im Netz eine kommerzielle Lösung (Pentalogic Highlighter) gefunden, die sogar bereits SharePoint 2013-ready ist. Wer bereit ist, die Lizenz zu bezahlen, der kann getrost zuschlagen (getestet – es funktioniert). Als Vorteil der kommerziellen Lösung wäre hier noch die wirklich gelungene sowie mächtige GUI und der Erhalt der Checkbox zur Markierung des Datensatzes in der Listenansicht erwähnenswert. Abgesehen von den Lizenzkosten ist diese Lösung perfekt!

Zum Problem:

Wenn man den Listenansichts-Code von SharePoint 2010 mit SharePoint 2013 vergleicht, dann hält sich die Ähnlichkeit der Struktur in deutlich messbaren Grenzen. Daher können wir den Code, der in SharePoint 2010 für die bedingte Formatierung sorgte, leider nicht einfach “copy-pasten”. Ausgangspunkt ist eine gewöhnliche Aufgabenliste, die bereits ein paar Aufgaben enthält. Zur Vorbereitung empfehle ich, sich schon einmal alle Felder zur Inline-Bearbeitung in die Ansicht zu laden – diese werden uns noch nützlich sein. Falls Ihre Listenansicht Active Directory-Felder enthält, so ist dies zunächst kein Problem.

Zur Lösung:

Zunächst ein entscheidender Kniff: wir setzen zwischenzeitig den SharePoint Designer 2010 ein, um unser Ziel zu erreichen. Wichtig ist, dass dieser in der letzten Version(!) installiert ist, damit die 2013er Webseiten geladen werden können! Das Öffnen der Webseite funktioniert in der Regel problemlos. Allerdings sollte man diesen Vorgang nicht in der produktiven Arbeitszeit durchführen. Im Test hat dieser Vorgang (explizit das nun folgende Erstellen/Aufrufen der aspx-Seite) vereinzelt dazu geführt, dass Application Pools im IIS gestoppt wurden. Falls dies passiert, diese einfach wieder starten. Der genauen Ursache bin ich noch nicht näher nachgegangen. Nun erstellen wir uns also in einer beliebigen Bibliothek eine aspx-Seite und bearbeiten diese im erweiterten Modus.

Nun können wir die Aufgabenliste als Datenquelle wie gewohnt über die Datenansicht in die aspx-Seite einfügen. Dieser Vorgang kann ein paar Sekunden dauern, aber anschließend ist der Code generiert.

Nun können wir über die gleichnamige Funktion in SharePoint Designer 2010 die bedingte Formatierung hinterlegen. Weil Wiedersehen Freude macht, gibt es auch davon noch mal einen Screenshot.

Nun sehen wir das erste Zwischenergebnis: den Code und die Entwurfsansicht mit der bereits nach gewohntem Schema hinterlegten bedingten Formatierung. Diese sollte bereits in der Entwurfsansicht greifen. In diesem Beispiel werden Aufgaben im Status “In Bearbeitung” blau hinterlegt.

Wie oben bereits zu sehen, speichern wir die aspx-Seite nun als Webpart-Datei ab. Anschließend steuern wir zielsicher die Seite an, auf der unsere bedingte Formatierung angezeigt werden soll. Dies kann sowohl die Listenansichtsseite oder auch die dazugehörige Webseite sein. Der Webpart versorgt sich selbstständig mit den nötigen Daten. Alternativ kann der erstellte Webpart auch über einen Klick auf “Webpart speichern: in Websitekatalog” fest in diesen eingebunden werden.

Der Upload des Webparts erfolgt wie gewohnt über das SharePoint-Ribbon. Dieser Vorgang muss “doppelt” durchgeführt werden: einmal Hochladen, dann einmal Einbinden. Et voilà! :) Über entsprechende Konfiguration der Webpart-Eigenschaften bleibt und auch der geliebte “Neu-Button” erhalten, sodass wir unabhängig vom SharePoint-Ribbon neue Items erstellen können. Auch kann ich über die Webpart-Eigenschaften eine gewünschte Listenansicht zuweisen.

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Schauen wir uns die Lösung an: wir können bestehende Aufgaben entweder über die Inline-Bearbeitung oder über das Dropdown-Menü anzeigen und bearbeiten. Nach der Bearbeitung schaltet die bedingte Formatierung ohne eine sichtbare Verzögerung. Nicht 100%ig perfekt, so ist diese Lösung jedoch die einfachste, codefreie und vor allem lizenzkostenfreie Lösung, die mir bisher untergekommen ist. Bedingte Formatierung war immer wichtig und sollte definitiv ins Produkt zurückkehren.

Autor: Karsten Ulferts

Big Opening – ProTechnology eröffnet Think:ademy in Dresden

Donnerstag, 16. Mai 2013

bildteaser_thinkademySkills2Go: ProTechnology hat in der sächsischen Hauptstadt ihr erstes Schulungszentrum eröffnet. Ganz nach dem Motto Think:about eröffnete gestern Sascha Blickensdörfer, CEO ProTechnology, mit einer eindrucksvollen Keynote über “Change the way you THINK” die Think:ademy.Im Beisein zahlreicher Experten der Branche enthüllte manch Referent in seinem Forumsbeitrag das ein oder andere IT-Geheimnis: Der Wasserfall in der Softwareentwicklung muss sich verabschieden, genauso wie der Notizblock, denn Wissen ist heutzutage managebar, kann gespeichert werden und ist agil.

Mit der Think:ademy möchte ProTechnology vor allem Spezial-Schulungen anbieten, die in die Tiefen der IT eintauchen und einen wirklichen Wissenstransfer von Experten zum Teilnehmer ermöglichen. Bekannte Größen aus dem Microsoft-Umfeld als auch unsere eigenen Experten möchten zukünftig in einem angenehm modernen und professionellen Umfeld ihr Know-how an Interessenten weitergeben, denn “Wissen ist transferierbar. Das ist der Grund warum wir die Think:ademy ins Leben gerufen haben”, so Sascha Blickensdörfer.

Gerne können die Teilnehmer ihre eigene Unternehmensumgebung (remote) “mitbringen” und hier die neusten Kniffe an den DELL All-In-One Touch – Windows 8 Enterprise PCs direkt testen. Sollte dies nicht möglich sein, wird in jedem Fall eine Testumgebung von uns via HyperV Cluster bereitgestellt. Das moderne ProTechnology-Trainingscenter befindet sich direkt im Herzen der Dresdner Neustadt am Albertplatz. Eigene Ideen zu Schulungen sowie Wunschthemen sind herzlich willkommen. Wir begeben uns auf die Suche nach dem passenden Trainer. Dafür haben wir ja unsere Projects-Abteilung.

Am gestrigen Eröffnungstag fanden mehrere Forumsbeiträge statt, in denen Aktuelles aus dem Microsoft- und IT-Umfeld diskutiert wurde: Die Teilnehmer lernten, dass Papier zwar geduldig ist – OneNote ist hingegen flexibel. Zudem verriet Michael Greth, MVP für SharePoint, wohin die Reise mit SharePoint 2013 nun geht und unsere Gäste konnten live und in Farbe ein Projekt mit Projects planen. In den Pausen wurde in entspannter Atmosphäre im Sommergarten des Alten Wettbüros ge-networked und der Tag ausgeklungen. Das Wetter war ja auf unserer Seite, wie man sieht.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern und freuen uns auf ein Wiedersehen in der Think:ademy. Mehr zur Think:ademy und ihren Veranstaltungen erfahren Sie hier. Am 05.06.2013 ist übrigens Microsoft mit seiner New-Era-Tour zu Gast, um die neuste Generation der Technik vorzustellen. (Anmeldung)

Autor: Melanie Wolf

Feiertage in einen SharePoint-Kalender importieren

Freitag, 10. Mai 2013

bildteaser_sharepointEs sind zumeist die scheinbar banalen Dinge, die im Netz immer wieder nachgefragt werden und die oft eine Herausforderung darstellen. “Wie importiere ich gesetzliche Feiertage in einen SharePoint-Kalender?” Zwar gibt es unter anderem mit dem SharePoint Designer oder Visual Studio die Möglichkeit, über einen Webservice die Feiertagsdaten entgegenzunehmen und in die Kalenderliste zu importieren, jedoch wollen wir es uns möglichst einfach machen, ohne den Import-Job in absehbarer Zeit wiederholen zu müssen.

Grundsätzlich stehen die gesetzlichen Feiertage über Jahre hinaus fest und unterliegen keinen nachträglichen Änderungen. Daher reicht es aus, sich die Daten für die nächsten Jahre ein mal zu importieren und von Outlook nach SharePoint zu kopieren. Hier eine kurze Beschreibung, wie wir dies erreichen. Bekannt ist, dass Outlook über eine solche Importfunktion verfügt (siehe Screenshot). Gleichsam ist es sehr einfach, SharePoint-Kalender in Outlook einzubinden. Dies machen wir uns für die Datenmigration nach SharePoint zunutze. Zunächst also der Import:

 

Nun zeigen wir sowohl den Outlook-Kalender als auch den SharePoint-Kalender (diesen zuvor über das SharePoint-Ribbon mit Outlook verknüpfen) an. Anschließend filtern wir die Feiertage aus unseren Terminen heraus. Das erreichen wir, indem wir die Kalenderansicht zu einer Liste umwandeln und eine Sucheingabe nach “Feiertag” starten. Anschließend ziehen wir alle Suchergebnisse (Strg + a) mit der Maus (Drag & Drop) bei gedrückter Strg-Taste in den Zielkalender (hier: Projekt ABC – Kalender).

 

Hier der Foto-Beweis der SharePoint-Kalenderliste: die Daten sind drin!

Nun haben wir eine Kalenderliste in SharePoint, die alle Feiertage der nächsten zehn Jahre enthält. Um das durchgeführte Prozedere nicht für jede neu angelegte Webseite wiederholen zu müssen, speichern wir die Liste inklusive Inhalt als Vorlage ab und können so immer wieder mit einem Klick darauf zurückgreifen. Nach dem Speichern steht die Listenvorlage neben den generischen Vorlagen (Aufgabenliste, Kalenderliste, etc.) zur Verfügung.

Dies ist wieder einmal ein sehr schönes Beispiel wie eine kleine funktionale Lücke von SharePoint durch eine integrierte Zweitanwendung (in diesem Fall Microsoft Outlook) einfach und erfolgreich geschlossen werden kann.

Autor: Karsten Ulferts